Samstag, 20.04.2019 06:32 Uhr

ND distanziert sich von AfD-Neudeutschen

Verantwortlicher Autor: Jochen Raffelberg Köln, 20.03.2019, 17:32 Uhr
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Köln [ENA] Der katholische Bund Neudeutschland (ND) hat sich öffentlich von einem Verein im Umfeld der AfD distanziert, der am Samstag unter dem Namen “Neudeutsche” gegründet worden war. Der 100 Jahre alte ND erklärte in einer in Köln herausgegebenen Stellungnahme, er distanziere sich “in aller Deutlichkeit” von der Gruppierung, die mit ihrer Namensgebung wohl vertuschen wolle, “wie ausländerfeindlich die AfD” sei.

Laut der Bundesleitung des ND erzeugen seit einigen Tagen sogenannte „Neudeutsche“ eine gewisse mediale Aufmerksamkeit. Es handele sich dabei um etwa 20 AfD-Politiker mit Migrationshintergrund, die sich unter diesem Namen versammelten. “Da der Name ‘Neudeutsch’ eine Nähe zum ‘ND’ nahe legt, distanzieren wir uns in aller Deutlichkeit von dieser Gruppierung. Der ND wurde vor 100 Jahren als katholischer Verband gegründet. Unsere Grundsätze und unser Leben im ND stehen im Widerspruch zu den Positionen der AfD. Eine Mitgliedschaft in unserem Verband und in der AfD schließen sich aus.” Der ND sei für kritischen Diskurs bekannt.

“Wir glauben an die Kraft des Dialogs, stellen uns den Themen unserer Zeit und diskutieren über Familie und Klimawandel, Neurowissenschaften und Mystik, Globalisierung und Sterbehilfe, Demokratie und Digitalisierung. Mit dem Wissen von heute stellen wir unsere Fragen an das Evangelium. Kirche, Politik und Gesellschaft aus dem Glauben heraus mitzugestalten ist ein Antrieb, der uns verbindet,” schrieben die ND-Leiterin Claudia Lücking-Michel und ihre Führungskollegen. Der ND sei ein offenes Netzwerk engagierter Christen und biete in einer Zeit des Wandels eine Anlaufstelle zum Andocken, Auftanken und Austauschen nicht nur für seine mehreren tausend Mitglieder von der lokalen Gruppe bis zur überregionalen Fachtagung.

Der Verein "Neudeutsche" will laut Medienberichten Wähler mit Migrationshintergrund für die AfD gewinnen. "Wir wollen die falsche öffentliche Wahrnehmung der AfD korrigieren" und dem "Bild der AfD als einer angeblich ausländerfeindlichen Partei" entgegenwirken, sagte der AfD-Bundestagsabgeordnete Anton Friesen am Montag in Berlin. Der in Kasachstan geborene Politiker war als einer der beiden Vorsitzenden des Vereins genannt worden; der zweite ist der bremische Bürgerschaftsabgeordnete Alexander Tassis, ein gebürtiger Grieche. Auf seiner Facebook-Seite schrieb Friesen: “Die Neudeutschen wurden heute (16. Maerz) in Frankfurt gegründet! Wir sind patriotische Deutsche mit Migrationshintergrund, die für unser Land und unsere Werte kämpfen.”

In ihren Leitlinien der “Neudeutschen Hoffnungstraeger” schreibt die “Die Zuwanderer-Vereinigung von Mitgliedern in der AfD” auf der website http://neudeutsche-alternative.de/unsere-leitlinien/, sie bekämpfe den “Missbrauch ethnischer Minderheiten für die Zerspaltung unseres Volkes” und bekenne sich “als ethnisch bunte Deutsche auch zu einem Schutz des ethnischen Erbes desselben, vor allem aber zum deutsch geprägten Volksgedanken als einer der Grundlagen der Weltzivilisation und der Zukunft der Menschheit.” Der heutige Bund Neudeutschland ist aus einem nach dem Ersten Weltkrieg gegründeten Verband der katholischen Jugendbewegung hervorgegangen. Er gab sich auf Schloss Hirschberg im Altmühltal das sogenannte Hirschberg-Programm.

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