Dienstag, 20.08.2019 18:03 Uhr

Personal krank, im Urlaub: Schleuse gesperrt

Verantwortlicher Autor: Jochen Raffelberg Duisburg, 15.08.2019, 18:33 Uhr
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Duisburg [ENA] Die deutschen Binnenschiffer haben “massiv” kritisiert, dass die Elbschleuse Geesthacht bei Hamburg wegen Krankheit und Urlaub des Betriebspersonals heute und morgen teilweise gesperrt werden muss. Ihr Bundesverband BDB beklagte die erneute Einschränkung der Schifffahrt auf der Elbe. Erst letzte Woche hatte das Schiffshebewerk Lüneburg für mehrere Tage außer Betrieb genommen werden müssen.

Dadurch seien der Hafen Hamburg und weite Teile Norddeutschlands vom Binnenschiffsverkehr abgeschnitten worden; an die 90 Schiffe hätten sich im Kanal gestaut und hohe Verdienstausfälle seien die Folge gewesen, schrieb der BDB in einer Pressemitteilung. Er übte Kritik an der „lapidaren“ Mitteilung des Amtes, dass aufgrund von Krankheit und Urlaub des verfügbaren Betriebspersonals die Acht-Stunden-Schichten von 13:00 Uhr bis 20:00 Uhr am 15. Und 16. August nicht zu besetzen seien. Im Zusammenhang mit dem Schadensfall in Geesthacht lobte der BDB die Mitarbeiter der zuständigen Wasserstraßen- und Schifffahrtsämter vor Ort jedoch „explizit für ihr besonnenes und schnelles Handeln bei der Schadensbeseitigung“.

Der Verband distanzierte sich aber von Stimmen im Gewerbe, die „ausgerechnet diesem Personal vor Ort die Schuld an Schäden und Sperrungen im Wasserstraßennetz zuweisen“. Den mangelhaften Zustand der Wehre und Schleusen – insbesondere aufgrund Personalmangels und chronischer Unterfinanzierung – hätten in erster Linie die Verantwortlichen im Bundes-verkehrsministerium (BMVI) und der Generaldirektion Wasserstraßen- und Schifffahrt (GDWS) zu vertreten. Nach Ansicht des BDB ist es unabdingbar, dass die GDWS tragfähige „Notfallkonzepte“ entwickelt, um die Bedienung der Anlagen und damit die Schiffbarkeit der Flüsse und Kanäle auch bei akut angespannten Personalsituationen in den einzelnen Amtsbereichen aufrechtzuerhalten.

Daher habe der BDB in einem „Brandbrief“ an die Leitung der GDWS deutlich gemacht, es sei „absolut unzumutbar“, dass zu den ohnehin schon zahlreichen technisch bedingten Schleusensperrungen infolge der maroden Infrastruktur nun auch noch personalbedingte Sperrungen hinzu kämen. Laut Herzogtum Lauenburg wurde die Geesthachter Schleuse 1957 gebaut, um einen gleichmäßigen Tiefgang zwischen Nieder- und Oberelbe zu gewährleisten, nachdem die Niederelbe auf 12 Meter Wassertiefe ausgebaggert worden war. Seitdem ermöglicht die Schleuse mit dem Schleusenkanal der Schifffahrt die Überwindung der durch das Stauwehr erzeugten Gefällestufe. Unweit der Schleuse befindet sich die Staustufe mit der größten Fischaufstiegsanlage Europas.

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