Mittwoch, 24.04.2019 06:29 Uhr

Lufthansa ist nicht Lusthansa

Verantwortlicher Autor: Uwe Rembor Frankfurt, 07.03.2019, 20:54 Uhr
Nachricht/Bericht: +++ Reise & Tourismus +++ Bericht 5006x gelesen
Status oder nicht Status?
Status oder nicht Status?  Bild: Uwe Rembor

Frankfurt [ENA] Lufthansa’s Miles & More Programm gibt es seit nunmehr 26 Jahre, und als Geschäftsreisender war ich von Anfang an dabei. Deshalb konnte ich die Entwicklung des Programms über die vielen Jahren beobachten. Es gab viele Ideen, manche waren gut, manche haben nicht geklappt.

So gab es einmal für kurze Zeit an den Gates Selbstbedienungsbuffets wo man sich Snacks für die Reise und Lesestoff mitnehmen konnte, um so Personal und Servicezeit in der Luft einzusparen. Dank der Gier vieler Passagiere die sich mit unverschämten Mengen der kostenlosen Gaben beluden, musste die Idee bald wieder eingestellt werden. Auch der erstklassige Check-In bei der Vorfahrt in Frankfurt hatte nur eine kurze Lebensdauer: Man konnte Ende der 90er Jahre mit dem Auto vor das Flughafengebäude fahren, bereits dort wurde noch im Freien das Gepäck angenommen und die Bordkarte eingestellt, das Auto wurde auf Wunsch geparkt und man konnte stressfrei und mit viel Zeitersparnis bequem zum Gate gehen.

Dieser Service dürfte den immer strenger werdenden Sicherheitsmaßnahmen zum Opfer gefallen sein, was verständlich ist. Die Lufthansa Lounges waren einmal für kurze Zeit vor den Abfluggates im öffentlichen Bereich angesiedelt, was sie zu einem beliebten Treffpunkt für Geschäftsreisende machten. Später wurden sie dann hinter die Kontrollen verlegt und sind nun nur noch für Reisende zugänglich. Bis vor nicht allzu langer Zeit war es möglich, als Reisender einen Gast mitzunehmen. Die Art und Weise wie nun auch dieser Service von der Lufthansa abgeschafft wurde, hat die Grenze zur Abzocke klar überschritten und hat mit „Service“ oder VIP Behandlung der Vielreisenden nichts mehr zu tun:

Schlappe € 25.- muss nun jede Begleitperson eines FTL, SEN oder HON ablegen, die mit dem Statushalter eine Lounge benutze will. Das ist einfach nur noch Abzocke und ist absolut kontraproduktiv: Gerade Vielreisende die zum überwiegenden Teil Geschäftsreisende sind, sind diejenigen Kunden die entscheiden ob Lufthansa oder eine andere Arline gebucht wird. Und wer als Vielflieger bei einer Privatreise dann zwar dank seiner Karte die Lounge benutzen darf, aber für Frau und Kind € 50.- ablegen soll nur damit er dort vor dem Abflug ein paar Cola trinken möchte, der wird sich angesichts der immer schärfer werdenden Konkurrenz bald überlegen ob er nicht auf ein anderes Vielfliegerprogramm umsteigt.

Es ist durchaus verständlich dass die Lufthansa die Kosten im Griff behalten möchte. Aber anstatt das Kind mit dem Bade auszuschütten und alle Reisenden in Sippenhaft zu nehmen nur weil offenbar einige wenige den kostenlosen Service ausnutzen, das ist dumm. Man könnte ja z.B. nur für alkoholische Getränke einen Preis berechnen, oder ab dem 2. Getränk, oder irgendeine andere intelligente Variante wählen.

Für den Artikel ist der Verfasser verantwortlich, dem auch das Urheberrecht obliegt. Redaktionelle Inhalte von European-News-Agency können auf anderen Webseiten zitiert werden, wenn das Zitat maximal 5% des Gesamt-Textes ausmacht, als solches gekennzeichnet ist und die Quelle benannt (verlinkt) wird.
Zurück zur Übersicht
Info.